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Experimentelle Oktavgitarre



Die Oktavgitarre wurde im Jahr 2005 fertig. Sie hat zwei Besonderheiten: einmal den aus sieben Spänen zusammengesetzten, gewölbten Boden und eine extrem dünne und ungewöhnlich beleistete Decke.


Die Idee zu dem Boden entstand, weil Hermann vom Gitarrenbauer-Kollegen Gerhard Schnabl einige uralte, fertig geleimte, gewölbte Böden geschenkt bekam, die auch Gerhard Schnabl nicht selbst gefertigt hat, sondern aus Beständen einer inzwischen nicht mehr existierenden Werkstatt übernommen hatte.


Die Decke:



Die Decke wurde von mir aus dem Wunsch, eine möglichst schnelle Klangentwicklung zu erreichen extrem dünn ausgearbeitet (zw. 1,3 und 1,6 mm). Die Verbalkung ist traditionell fünfstrahlig wie bei Torres, besteht aber nicht aus Fichte, sondern ist gesperrt aus Fichte und Palisander. Als Ausgleich zu dem harten Palisander sind die Balken dafür niedrig und schmal. Die sehr geringe Masse der Decke, die zunächst wenig Sustain brachte, habe ich nachträglich - mit Erfolg - durch einen massiven Fichtenklotz zwischen Schallloch und Halsfuß erhöht.


Ursprünglich hatte ich diese kleine Gitarre nur wegen der dünnen Decke als Experiment bauen wollen. Das Ergebnis war jedoch so gut, dass ich dann doch beschloss, das Instrument mit Schelllack zu lackieren und auch zu verwenden. Die Lackierung erforderte dann leider sehr viel Vorarbeit, weil ich während des Baus nicht auf optische Präzision geachtet hatte, was sich jetzt rächte. Nach sehr viel Arbeit ist das Ergebnis heute optisch einigermaßen akzeptabel.

Die Klangeigenschaften sind ungewöhnlich: die kleine Gitarre ist sehr laut ohne dabei kurz und spitz zu werden. Klangfarbenbildung ist wie bei einer "großen" möglich. Wer also einer normal großen Gitarre einen besonders schönen Ton entlocken kann, wird dies auch auf dieser Gitarre erreichen.

Endlich fertig:




Inzwischen hat sie sich auch einen maßangefertigten Koffer "verdient".



Zu verkaufen:

Eine Oktavgitarre nach diesem Vorbild kann bei mir bestellt werden.

Da ich solche Instrumente natürlich nicht "auf Vorat" baue, bietet sich folgendes Verfahren an: wer unbedingt sofort so eine außergewöhnliche Gitarre für sein Ensemble braucht, leistet eine Anzahlung von 30% des Kaufpreises, erhält bis zur Fertigstellung die oben beschriebene Oktavgitarre und kann sich dann bei Lieferung zwischen beiden Instrumenten entscheiden.

Der Preis ist abhängig von den gewünschten Hölzern, Verzierungen, Mechaniken usw. und sollte jeweils individuell mit mir verhandelt werden. Ganz billig ist so ein Instrument natürlich nicht, weil allein schon die Anpassung des gewölbten Bodens an den Zargen extrem viel Arbeit macht - allerdings auch extrem viel bringt: die Wölbung ist verantwortlich für die enorme Lautstärke - sie wirkt wie ein Schalltrichter.

Ausstattung der oben gezeigten Oktavgitarre:
- Mensur: 410 mm
- Decke: Fichte
- Boden/Zargen: Ahorn, Boden gewölbt mit 7 Spänen
- Randeinlage: Palisander
- Griffbrett: Ebenholz
- Kopfplatte: Zwetschge
- Mechanik: Goto
- Lackierung: Schelllackpolitur rundum

Mögliche Variablen: Mensur bis 430 mm, Boden / Zargen aus Palisander, Nussbaum oder Zwetschke, andere Kopfplatte, Mechanik Goto sehr variabel in der Ausführung, Mechanik Alessi,
Die Gitarre wird wahlweise in einer gepolsterten Tasche (Minimallösung, nicht wirklich empfehlenswert, aber billiger) oder in einem rechteckigen Koffer (anders als der auf den Bildern oben!) ausgeliefert, der neu entwickelt wurde, sehr viel Platz enthält und sehr stabil ist.


Redaktion: Johannes Tappert