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Informationen zu Konzerten, Produkten und Lehrtätigkeiten von Johannes Tappert Email: johannes(at)tappert.de - Telefon: +49 160 552 02 95 |
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Ebay-Gitarre mit Caspari-Wirbeln
Der abgeschliffene Korpus Die Gitarre war auf den Ebay-Fotos zwar sichtbar primitiv gebaut und auch sehr grob lackiert, aber die montierten Caspari-Patentwirbel aus dem frühen 20. Jahrhundert haben mich aufmerksam gemacht. Die waren damals nicht ganz billig und ich dachte mir, der Erbauer wird sich das etwas dabei gedacht haben. Außerdem war der Hals in der Neigung verstellbar konstruiert, was im 20. Jahrhundert auch nicht mehr so allgemein üblich war. Als ich das Instrument dann hatte, bin ich erst einmal erschrocken, WIE primitiv es gebaut und lackiert war. Eine super-dicke Öllackschicht deckte die Holzstruktur zu, der Klang war der einer Zigarrenkiste ähnlicher als einer Gitarre und die nicht vorhandenen Verzierungen und schützenden Randeinlagen deuteten auf eine Bauzeit während der Inflationszeit hin (möglichst schnell und einfach hergestellt, weil die tägliche Geldentwertung einen höheren Preis ohnehin sofort wieder entwertet hätte). Vermutlich war hier ein guter Instrumentenbauer in Not und hat für schnelles Geld "mal eben" eine Gitarre zusammengeleimt. So blieb die Gitarre erst einmal liegen bis - ja bis ich mich entschlossen hatte, an diesem Instrument das Restaurieren zu üben. Und bei näherer Betrachtung kam Überraschendes zu Tage: die verwendeten Hölzer (Decke, Korpus und Hals) waren hochwertig und die Verarbeitung im Inneren des Instrumentes war sehr sauber - das Werk eines geschickten Instrumentenbauers! Als Ursache des schlechten Klangs vermutete ich jetzt die extrem dicke Decke (3,0 bis 3,3 mm). So fasste ich den Plan für eine Totalsanierung, d. h. keine Restauration im historischen Sinne (möglichst weitgehende Erhaltung der Substanz) sondern ich wollte die Arbeitschritte nachzuholen, die der Gitarrenbauer seinerzeit aus Zeitmangel nicht ausgeführt hat. Viel Arbeit hatte ich mir da vorgenommen, denn der anonyme Kollege hat offensichtlich extrem schnell gearbeitet.
Bisherige Restauration:
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8.7.09
Schnell eingeschobene Meldung: die Gitarre ist fertig und hat seit vier Tagen Saiten. Der Klang übertrifft alles, was ich erwartet hatte: es ist einfach klasse, was sich schon nach wenigen Stunden unter Saitenspannung vor allem in den Höhen entwickelt hat. Heute klingt sie schon richtig "erwachsen" - kein Vergleich zu dem Zustand beim Kauf (siehe erste Spalte). Ich werde sie jetzt für einige Zeit spielen und dann entscheiden, wann ich sie zum Kauf anbiete. Bilder gibt es erst in einigen Tagen. Wenn nur nicht die kurze Mensur und das relativ schmale Griffbrett wären!
Fortsetzung der Restaurationsarbeiten
Decke dünner ausgearbeitet Auch beim Entfernen des Steges und dem Ausdünnen der Decke habe ich zunächst mit Maschinen gearbeitet. Zuviel Material musste abgetragen werden. Die jetztige Deckenstärke orientiert sich an einer konstruktiv ähnlichen Johann Georg Staufer-Gitarre aus meinem Besitz. Das Abklopfen der Decke verspricht jetzt klanglich einiges Mehr als im vorherigen Zustand. Risse und "Löcher" schließen Zwei Risse im Boden wurden mit Spänen geschlossen. Bei einem war das nicht ganz einfach, weil er nicht gerade war, sondern der natürlichen Wuchsrichtung des Vogelaugenahorns entsprechend in Schlangenlinie verlief. Diesen Span wird man wohl auch nach der Lackierung noch sehen können. Die "Löcher" waren durch das Druchbrechen der Bodenbalken durch den Zargen entstanden. Ein bei Biedermeiergitarren häufig zu beobachtendes Phänomen; hier jedoch - bei einer gut hundert Jahre jüngeren Gitarre - ungewöhnlicher. Da ich das Risiko nicht eingehen wollte, den Boden zu entfernen (er ist sehr dick und steht unter Spannung, was das Wiederaufsetzen problematisch gemacht hätte), musste ich durch die Löcher hindurch die Balken etwas kürzen und dann die Durchbrüche verschließen. Auch das war nicht unsichtbar zu machen. Randeinlage an der Decke
Das Foto zeigt die Fräsung für die zukünftige Randeinlage. Zum Glück kann ich bei solchen Arbeiten auf den Maschinenpark und auf die Erfahrung von Hermann Gräfe zurückgreifen: das ist also sehr sauber geworden.
Die fertige Randeinlage. Schon mit zwei Schelllackschichten überzogen. Die neuen Bilder vom Juni 09: Jetzt fehlen nur noch die neuen Saiten.
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CASPARI
Fortsetzung der Restaurationsarbeiten
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