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Informationen zu Konzerten, Produkten und Lehrtätigkeiten von Johannes Tappert Email: johannes(at)tappert.de - Telefon: +49 160 552 02 95 |
Anonym (möglicherweise Chappel, London) ca. 1810-20Fichte / Ahorn; Mensur 62 cm; Perlmutt- und Ebenholzintarsien; Originalzustand mit Ausnahme des Halses, der restauriert werden musste; Ebenholzgriffbrett und Messingbünde erneuert; sehr gute Spielbarkeit; kräftiger Ton. Die Originalmechanik ist englische Handarbeit, die Verzahnungen der Wellen und Zahnräder sind einzeln aufeinander eingeschliffen und laufen heute noch spielfrei und so seidenweich wie eine moderne Mechanik von Rodgers. Das Instrument ist seit 1984 in meinem Besitz und wurde von mir bis 1998 regelmäßig gespielt (bis es von einer grandiosen Georg Staufer Gitarre "verdrängt" wurde). Von 1998 bis 2002 hatte ich die Gitarre an das Duo Gervasio (Mandoline und Gitarre) verliehen, die das Instrument ebenfalls regelmäßig in Konzerten eingesetzt haben. Ab Ende 2002 wurden die längst fälligen Restaurationen nach und nach in Angriff genommen. Seit Dezember 2005 ist das Instrument wieder spielbar und wartet auf einen neuen Besitzer, der weiß, was er da in die Hand bekommt und der auch in der Lage ist, die Pflege und Wartung an dieser schönen historischen Substanz verantwortungsbewusst zu übernehmen. Restaurationsarbeiten wurden am Hals, den Bodenbalken, dem Saitenhalter und der Lackierung vorgenommen. Der Hals ist - wahrscheinlich im 19. oder frühen 20. Jh. - einmal schmaler gemacht worden. Die Stabilität hat dadurch so gelitten, dass sich der Hals in der Folge davon nach hinten gebogen hat. Die ursprüngliche Breite des Halses, das Ebenholzfurnier auf der Rückseite und die originale Messingbundierung sollten wieder hergestellt werden. |
Das Instrument ist bei einem Transport schwer
beschädigt worden und muss aufwändig repariert werden. Voraussichtlich
ist es im Januar 2010 wieder verfügbar.
![]() ![]() ![]() Frühere, schlecht ausgeführte Rekonstruktion hatten die Biegung nicht vollständig rückgängig gemacht, so dass zum Kopf hin der Hals aufgedoppelt werden musste, um die Spielbarkeit (Saitenlage) zu erhalten. Der Hals wurde dadurch klobig, die Spielbarkeit war sehr gewöhnungsbedürftig und der Klang des Instruments war durch die erhöhte Masse des Halses verändert. Umfangreiche |
Restaurierungen in mehreren Schritten waren nötig, um diesen Schaden zu beheben. Heute ist das Instrument wieder mit einen leichten, geraden Hals in der wahrscheinlich ursprünglichen Form zu spielen. Der Saitenhalter besteht wie im 19. Jh. üblich aus schwarz gebeiztem Hartholz. Durch den Alterungsprozess spröde geworden, brachen Teile des Steges nach der ersten Besaitung 1984 und mussten ersetzt werden. Die Bodenbalken waren wie bei vielen dieser alten Gitarren durch den Schrumpfungsprozess des Bodens seitlich durch den Zargen gebrochen. Die Randeinlage musste entfernt werden, um die Balken kürzen zu können. Da die Einlage aus dem gleichen altersbrüchigen Holz wie der Saitenhalter war, musste sie ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit wurde die Schelllacklackierung behutsam gepflegt, das heißt, dass die vorhandene Lackschicht leicht angelöst wurde und über Lackbrüche und Risse gezogen wurde.
Die letzte Stufe der Rekonstruktion war der Rückbau auf
Messingbünde, wie sie wohl ursprünglich verbaut worden waren. Sie haben nicht
wie moderne Bundstäbchen eine T-förmige Abrundung, sondern sind so dünn wie
der Griffbrettschlitz in dem sie stecken.
Preis: Euro 3.500,- |