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Christian Laier
Die Intonation auf der Gitarre
Diplomarbeit an der Hochschule für Musik und Theater Frankfurt, 2007


Einleitung


In jedem Instrumentalstudium liegt das Hauptaugenmerk in der Literaturauswahl auf Originalwerken für das jeweilige Instrument. Somit ergeben sich instrumentenspezifische Schwerpunkte in Bezug auf gespielte Epochen und Gattungen. Originalkompositionen für Blockflöte wird man hauptsächlich im Barock und auch in der Moderne finden. Das Einsatzgebiet der Violine dagegen ist sehr vielfältig. Dieses Instrument findet in allen Epochen und den verschiedensten Gattungen Verwendung. Das Repertoire des Cembalos wiederum ist im großen Maße auf das Barockzeitalter beschränkt.
Im Studium der Mandoline entstammt der reichste Schatz an Originalliteratur, neben der Moderne, der Zeit zwischen 1750 und 1780. Damals entstanden unzählige Kompositionen von Kleinmeistern und Virtuosen. Oft sind es Werke, die im Geist einer neuen Einfachheit stehen, aber noch stark mit der barocken Tonsprache verbunden sind. Sie stehen also zwischen den beiden großen Epochen Barock und Wiener Klassik.
In der wiederholten Beschäftigung mit solchen Werken stellten sich mir immer wieder aufführungspraktische Fragen. So zum Beispiel die Frage nach der spieltechnischen Ausführung, nach der Besetzung und Umsetzung des meist vorhandenen Basses, oder die Frage danach, ob die barocke Verzierungspraxis in dieser Zeit noch Anwendung fand.
Häufig ist es nicht einfach eine Antwort auf die sich aufwerfenden Fragen zu finden, entstammen die Werke doch einer Übergangszeit, die häufig wenig Beachtung findet, da größere und historisch bedeutsamere Werke im Fokus der Wissenschaft und auch der Rezeption durch andere Instrumentengruppen stehen.
In der vorliegenden Arbeit habe ich mir zum Ziel gesetzt, die Verzierungspraxis dieser, für die Mandoline so wichtigen Epoche, zu untersuchen. Dabei möchte ich die Komponisten und ihre Werke zunächst in einen musikgeschichtlichen Kontext stellen. Daraufhin untersuche ich zeitgenössische Lehrwerke und Kompositionen nach Hinweisen zur Verzierungspraxis, um später nach Analogien und Unterschieden in der Mandolinenliteratur zu suchen. Im abschließenden Kapitel habe ich mir zum Ziel gesetzt, die Ergebnisse meiner Arbeit an Beispielen aus dem Repertoire für Mandoline anzuwenden.
Da es sich hierbei um ein aufführungspraktisches Thema handelt, ist klar, dass am Ende der Arbeit keine unumstößlichen, auf alle Werke anwendbaren Ergebnisse stehen werden. Vielmehr möchte ich versuchen einen Einblick in die allgemeine Verzierungspraxis zu geben, um dadurch Anregungen für die Aufführung von Werken dieser Epoche, unter besonderer Berücksichtigung der Mandolinenwerke, zu geben.


Redaktion: Johannes Tappert